Auswandererhafen Hamburg

Geschrieben von Patricia

Am 5. Juli 2007 wird in Hamburg die „BallinStadt“ eröffnet. 100 Jahre nachdem Albert Ballin die „Auswandererhallen“ für  europäische Emigranten auf der Hamburger Veddel fertig stellen ließ.

 „Für etwa 5 Millionen europäische Emigranten war zwischen 1850 und 1939 Hamburg das „Tor zur Welt“. Über den Hamburger Hafen verließen sie ihre Heimat um in der „Neuen Welt“ ihr Glück zu suchen. Sie flohen vor politischer oder religiöser Verfolgung oder versuchten Armut und Hunger entkommen. Viele suchten einen Neubeginn, ein besseres Auskommen, neue Chancen im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. Alle versprachen sich von der Emigration ein besseres Leben. Diesen Auswanderern ist BallinStadt gewidmet.

Für die vielen Tausend Menschen aus ganz Europa, die um die Jahrhundertwende jede Woche in Hamburg ankamen und auf die Abfahrt ihres Schiffes warteten, ließ Albert Ballin, Generaldirektor der großen Reederei HAPAG, Unterkünfte im Hafen errichten. Auf dem Gelände dieser ehemaligen „Auswandererhallen“, die 1901 in Betrieb genommen und bis 1907 erweitert wurden, entsteht die Auswandererwelt Hamburg: BallinStadt – Port of Dreams“. Quelle

Für jüdische Flüchtlinge, die zunächst von russischen Pogromen durch die Flucht nach Hamburg in die USA auswanderten, war der Weg nicht einfach das Ausleben eines Lebenstraums, es war eine Lebensrettung. Hamburg war zum wichtigsten Hafen geworden.

Zur Geschichte der Auswanderung über Hamburg
Die Massenauswanderung 1881 – 1914

Später kam die Naziherrschaft und die Fluchtwellen deutscher Intellektueller und deutscher Juden. Im Beitrag „Flucht und Vertreibung 1933-1945“ wird beschrieben, wie es sich entwickelte, bis wann es noch möglich war, auszuwandern, unter welchen unmenschlichen Bedingungen es geschah. Auch tragischte Fahrt des Schiffes „St. Louis“ im Jahre 1936.

„Nach Kriegsbeginn war eine Auswanderung kaum noch möglich und im Oktober 1941 wurde die Auswanderung verboten. Insgesamt flüchteten in der Zeit des Nationalsozialismus etwa 275.000 – 300.000 Juden aus Deutschland,“ Link

„St. Louis“ – Fahrt

„Das Schicksal der 937 Passagiere des HAPAG Schiffes „St. Louis“ verdeutlicht, unter welch schwierigen und unmenschlichen Bedingungen die Auswanderung zu dieser Zeit verlief:

Die „St. Louis“ verließ am 13. Mai 1939 den Hamburger Hafen mit Ziel Havanna. Die meisten Passagiere wollten in Kuba nur auf ihr amerikanisches Visum warten. Die Landungspermits für Kuba wurden überraschend von der kubanischen Einwanderungsbehörde für ungültig erklärt, jedoch war der HAPAG versichert worden, dass alle Passagiere in Kuba an Land gehen dürften. Diese Zusicherung wurde gebrochen, als das Schiff nach 14 Tagen Kuba erreichte. Wochenlang verhandelte das „American Joint Distribution Committee“ mit der kubanischen Regierung, ohne Erfolg. Das Schiff musste die Rückreise nach Europa antreten und landete schließlich, dank des großen Einsatzes des Kapitäns, in Antwerpen. Der Kapitän Gustav Schröder beschreibt das tragische Schicksal vieler Passagiere:

„Alle Hilfeleistungen hätten aber kaum etwas genützt, wenn die Fahrgäste selbst nicht so zugänglich gewesen wären. Ihr dankbares Abschiednehmen vor der Landung in Antwerpen war rührend und bewegte mich tief und unvergesslich. Umso stärker empfinde ich deshalb auch die Trauer darüber, dass viele der Armen, die sich in Frankreich, Holland und Belgien in Sicherheit glaubten, später durch den wahnsinnigen Krieg doch noch in die Hände von Verbrechern fielen und umkamen. Der Gedanke, dass es Menschen gegeben hat, die erst im K.Z. waren, dann die Passionsfahrt der „St. Louis“ mitmachten, später wieder verschleppt wurden, um schließlich im K.Z. elendig zu verenden, ist mehr als bedrückend. Nur von wenigen der auf dem Festland untergebrachten Emigranten der „St. Louis“ weiß ich, dass sie noch am Leben sind.“ (Gustav Schröder: Heimatlos auf hoher See, Berlin: Beckerdruck 1949, S. 31 f.)“ Quelle

–  1. April 1933 – der Boykott gegen Geschäfte jüdischer Eigentümer In Hamburg-Harburg (unten rechts auf den aufgerufenen Seiten auf Pfeil zum Weiterlesen klicken)
Juden in Hamburg (Historischer Rückblick)

Jüdisches Leben in Hamburg heute:

Zentrum jüdischen Lebens in Hamburg
– Hagalil: Stolpersteine in Hamburg: Neues Zentrum der Jüdischen Gemeinde in Hamburg in der ehemaligen Talmud Tora Schule

Die Talmud-Tora-Schule wurde am 10. Juni 2007 mit Festakt offiziell wiedereröffnet.

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